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Wenn wir nach den Sternen greifen | Was passiert, wenn Träume wahr werden?

„Was passiert, wenn man nach den Sternen greift und sie zu fassen bekommt?“

Hallo Leser,

wie fühlt es sich eigentlich an, wenn wir nach den Sternen greifen können? Diese Frage ist das Thema des gleichnamigen Buches. Der heutige Beitrag wird keine typische Rezension werden, da ich mich auch mit der Frage beschäftigen möchte, was denn nun eigentlich passiert, wenn man die Sterne zu fassen bekommt. Habt ihr euch jemals schon mal diese Frage gestellt? Nein? Kann man die Frage überhaupt beantworten?

Vor ein paar Wochen bin ich das erste mal durch den Titel auf das Buch „Wenn wir nach den Sternen greifen“ aufmerksam geworden. Das Universum und die Raumfahrt haben mich schon immer interessiert und eine Geschichte, in der dies ebenfalls Themen sind, musste ich natürlich unbedingt lesen. Ihr denkt euch jetzt bestimmt alle: Raumfahrt? Was hat das ganze mit Raumfahrt zutun? An dieser Stelle wäre der Klappentext des Buches natürlich ganz praktisch.

Deshalb hier der Inhalt:
2039: Der Aufbruch zur ersten bemannten Mars-Mission steht kurz bevor – auch der Vater der 17-jährigen Ianthe wurde hierfür ausgewählt. Auf einem abgeschirmten NASA-Gelände am Strand verbringen alle Familien einen letzten gemeinsamen Urlaub. Ianthe ist hin- und hergerissen zwischen Abschiedsschmerz und Wut, weil ihr Vater für seinen Traum seine Familie verlässt.
Und doch will auch sie nach den Sternen greifen: Ianthe hat ein Angebot von einem Plattenlabel in der Tasche. Der einzige Haken daran: Sie müsste dafür nach Seattle ziehen. Kann sie ihrer Familie eine weitere Veränderung antun, nur damit auch sie ihre Träume verwirklichen kann?

„Wenn du weißt, was du willst, musst du auch den Weg dahin verfolgen und nicht glauben, dass die alles zufliegt.“

Ich war sofort von der Geschichte begeistert, als ich das erste mal auf den Klappentext gestoßen bin. Die Protagonistin Ianthe hat die Sterne zu fassen bekommen, genau, wie ihr Vater. Dennoch steht sie vor einem Problem: Kann sie ihre Familie ebenfalls verlassen? Ianthe ist ein sehr außergewöhnlicher Name, genau, wie die Protagonistin selbst. Sie ist mir erst im Laufe der Geschichte sympathischer geworden, da ich ihre Gedanken am Anfang nicht so gut nachvollziehen konnte. Mir hat gefallen, dass sie versucht immer an die Familie zu denken und sich um die anderen sorgt. Ihr Vater dagegen hat mir auf den ersten 100 Seiten dagegen gar nicht gefallen. Doch irgendwann habe ich ihn und seine Beweggründe verstanden und nachvollziehen können. Mit Ianthes jüngerer Schwester und Mutter ist die Familie komplett. Insgesamt war diese irgendwie ein bisschen merkwürdig, bis zu einem Punkt, an dem ich die Personen das erste mal richtig verstehen konnte. Die Gefühle, die andere Menschen empfinden, wenn man nach den Sternen greift. Es war wirklich schwierig dies zu verstehen, aber man hat die Spannungen und das Bündel, welches die Charaktere mit sich herumtragen, deutlich gespürt.

Das Buch an sich war vollkommen anders, als ein 0815 Buch. Ich habe so etwas noch nie gelesen. Die Stimmung der Geschichte ist außergewöhnlich, bedrückt. Alle versuchen das beste aus der Situation zu machen. Doch wie die Charaktere ihre Maske bröckeln lassen, bis zum völligen Zusammenbruch wurde von der Autorin extrem gut beschrieben. Ja, die Geschichte ist nicht durch Action geprägt, aber das brauchte ich hier auch gar nicht. Es war phänomenal, wie man immer mehr hinter die Fassade der Personen schauen konnte. Ich hatte erwartet , dass es in der Geschichte noch mehr um die Raumfahrt geht. Dementsprechend war ich auch ein bisschen enttäuscht, aber das Buch gibt einem selbst unglaublich viel mit auf den Weg und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Ich habe mir vorher nicht wirklich die Frage gestellt, was passiert, wenn ich nach den Sternen greifen könnte. Wie geht es eigentlich anderen Personen damit? Sollte ich meinen Traum versuchen zu verwirklichen? Verletzte ich damit womöglich jemanden? Dies sind alles Fragen, über die ich in Zukunft mehr nachdenken werde.

„Ein Traum zu leben, bedeutet immer auch, dass man etwas verliert.“

„Wenn wir nach den Sternen greifen“ ist wirklich ein vollkommen anderes Buch und geht tiefer, als ich am Anfang erwartet habe. Ich würde sogar sagen bis unter die Haut. Auch wenn die Geschichte nicht gerade viele Seiten zählt, besitzt sie unglaublich viel Inhalt zum Nachdenken. Die Frage, was passiert, wenn wir nach den Sternen greifen und sie zu fassen bekommen, kann man auf vielfältige Weise beantworten. Selbst in dem Buch besitzen Ianthe und ihr Vater unterschiedliche Antworten. Ich glaube für jeden würde diese anders aussehen, doch durch „Wenn wir nach den Sternen greifen“, habe ich eine ganz neue Sichtweise auf die Antwort bekommen.
Wer also mal etwas völlig anderes lesen möchte, dem kann ich das Buch nur empfehlen.

Details:
Autorin: Kathleen Weise
Verlag: ueberreuter (Rezensionsexemplar)
Erscheinungsdatum: 15.03.2019
Seiten: 224
Preis: 16,95€

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